{"id":681,"date":"2014-11-20T16:19:32","date_gmt":"2014-11-20T15:19:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.anwaltskanzlei-grunert.de\/?p=681"},"modified":"2014-11-20T16:25:28","modified_gmt":"2014-11-20T15:25:28","slug":"ovg-nrw-zum-produktbezug-der-lebensmittelwerbung-bei-gesundheitsbezogenen-angaben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anwaltskanzlei-grunert.de\/index.php\/ovg-nrw-zum-produktbezug-der-lebensmittelwerbung-bei-gesundheitsbezogenen-angaben\/","title":{"rendered":"OVG NRW zum Produktbezug der Lebensmittelwerbung bei gesundheitsbezogenen Angaben"},"content":{"rendered":"<p>Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts NRW vom 10.10.2014 (Az. 13 B 942\/14) haben die \u00dcberwachungsbeh\u00f6rden bei Ihrer Bewertung von Lebensmittelwerbung sorgf\u00e4ltig darauf zu achten, inwieweit bei gesundheitsbezogenen Angaben im Sinne der Verordnung 1924\/2006 (Health Claims Verordnung) tats\u00e4chlich ein Produktbezug vorliegt. Fehlt es an einem solchen Bezug, ist die Healthclaimsverordnung nicht anwendbar, eine Ordnungsverf\u00fcgung unzul\u00e4ssig. Im entschiedenen Fall hatte der Kl\u00e4ger geworben mit der Aussage \u201e[\u2026] bestimmte Vitamine sind [\u2026] wichtig f\u00fcr die [\u2026] Gehirnfunktion.&#8220; Indes war die Aussage in einem sprachlich wie optisch klar abgegrenzten Textteil zu finden, der sich \u2013 wenngleich mit werbender Zielrichtung \u2013 produktneutral mit der Funktionsweise des Gehirns besch\u00e4ftigte. Neben Vitaminen wurden dort zahlreiche andere N\u00e4hrstoffe und Faktoren f\u00fcr die Aufrechterhaltung der Gehirnfunktion genannt. Das Gericht kam daher zu dem Schluss, dass die Angabe aus Sicht eines Durchschnittsverbrauchers einen rein informatorischen Sinngehalt habe.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Anmerkung:<\/span><\/p>\n<p>Das OVG M\u00fcnster unterscheidet zutreffend zwischen sach- und produktbezogener Information. Es kommt demgem\u00e4\u00df zu dem Ergebnis, dass bei fehlendem Produktbezug keine gesundheitsbezogene Angabe im Sinne des Art. 2 Abs. 2 Nr. 5 HCV vorliegt. Zu erg\u00e4nzen ist hier dreierlei:<\/p>\n<p>1. Es fehlt dann ebenfalls an einer Anwendbarkeit der HCV gem\u00e4\u00df Art. 1 Abs. 2 Unterabsatz 1 HCV.<\/p>\n<p>2. Die Entscheidung kann angesichts der Tatsache, dass die f\u00fcr zul\u00e4ssig befundene Aussage sehr wohl in die Produktwerbung eingebettet war, als \u201emutig&#8220; bezeichnet werden. Sie gibt Anlass zu vorsichtiger Hoffnung, dass den Werbenden trotz extrem weiter Auslegung der HCV wenigstens ein kleiner Spielraum zur Platzierung zutreffender Stoffeigenschaften belassen wird.<\/p>\n<p>3. Es bleibt aufgrund der extensiven Auslegung des Begriffs der gesundheitsbezogenen Aussage gem. Art. 2 Abs. 2 Nr. 5 HCV (vgl. EuGH C-544\/10, WRP 2012,1368 (Deutsches Weintor); BGH I ZR 36\/11, WRP 2013,180 (Monsterbacke); BGH I ZR 22\/09, juris (Gurktaler Kr\u00e4uterlik\u00f6r) besondere Vorsicht geboten bei der Einsch\u00e4tzung, inwieweit tats\u00e4chlich Produktbezogenheit der Werbung vorliegt oder nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts NRW vom 10.10.2014 (Az. 13 B 942\/14) haben die \u00dcberwachungsbeh\u00f6rden bei Ihrer Bewertung von Lebensmittelwerbung sorgf\u00e4ltig darauf zu achten, inwieweit bei gesundheitsbezogenen Angaben im Sinne der Verordnung 1924\/2006 (Health Claims Verordnung) tats\u00e4chlich ein Produktbezug vorliegt. Fehlt es an einem solchen Bezug, ist die Healthclaimsverordnung nicht anwendbar, eine Ordnungsverf\u00fcgung unzul\u00e4ssig. 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